TelDaFax‘ Bauchlandung

Mit Facebook-Seiten ist es ein bisschen wie mit Websites 1997. Unternehmen haben jetzt Social Media (also Facebook) für sich entdeckt und wollen alle eine Facebook-Seite. Das ist im Grunde genommen gut, aber viele Unternehmen berücksichtigen dabei nicht, was das für die Kommunikationskultur nach außen bedeutet. Das Unternehmen TelDaFax, ein Billigstromanbieter aus Deutschland, hat ganz eigene Auffassungen von Social Media.

Im Januar 2010 startete das Unternehmen eine Fanpage (Facebook-Seite), die mittlerweile 519 Fans generiert hat. Und weil TelDaFax der Meinung ist, dass dort eben ausschließlich Beiträge von Sponsorings (Bayer Leverkusen) und Kooperationen mit Firmen stehen sollten, hat man sich vergangenen Freitag (25.02.2011) dazu entschieden, das jetzt auch mal den Kunden zu sagen:

Wumms!

Bei den meisten Worst-Cases wie bei Nestlé Kitkat, Jako & Co hat man eher die Taktik des Stillschweigens und Aussitzens angewandt (am Ende war man damit auch nicht erfolgreich), aber TelDaFax lässt sich mal eben zu diesem Kommentar hinreißen. Natürlich blieb dieser Beitrag nicht unkommeniert. 74 Kommentare gingen über das Wochenende ein. Das mag nicht viel erscheinen, aber für ein Unternehmen, dass in einem Jahr nur etwa 500 Fans generiert, könnte man mutmaßen, dass endlich mal etwas Los war auf der Facebook-Seite.

Letztlich geht die massive Kritik der User auf eine große Unzufriedenheit mit dem Unternehmen zurück. Im Internet findet man nicht nur Einträge über verspätete Rechnungsbegleichung, sondern auch über Insolvenzverfahren. Das Unternehmen hätte Facebook nutzen können, um das Vertrauen seiner ohnehin schon enttäuschten Kunden zu gewinnen, stattdessen setzt TelDaFax noch eins drauf. Das Unternehmen hat zwar am Montag, 28.02.2011, eine E-Mail-Adresse facebook-help@teldafax.de für Beschwerden eingerichtet, allerdings nehmen die TelDaFax-Kunden dieses Angebot schon gar nicht mehr ernst, da selbst auf Briefe und Faxe nicht geantwortet wurde. Die Kunden sind im Endeffekt nur froh, in Facebook Dampf ablassen zu können. Letztlich widerspricht es einer Präsenz in Social Media mit vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten auf E-Mail zurückzugreifen. Auch der Twitter-Channel @TelDaFax wird nicht gepostet. Dort wurde zuletzt am 17.02.2011 etwas gepostet. Insgesamt macht die Social Media Zentrale von TelDaFax einen sehr dilettantischen Eindruck und es bleibt die Frage, wer dort eigentlich kommuniziert?

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